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13. September 2010

Shibuya nightlife

Letztes Wochenende habe ich in wieder einmal in Tokyo verbracht. Dieses Mal wollte ich mir  das Nachtleben in Shibuya ansehen und habe mich dort auch gleich für zwei Nächte in einem coolen Hotel eingemietet. Es war minimalistisch und sehr kantig eingerichtet. Während die Lobby und die Flure in schwarz und Beton gehalten waren, überwiegten helle Farben in den Zimmern. Durch das verglaste Badezimmer konnte man dann schließlich auf die blinkenden Reklamen Shibuyas schauen, während  man unter der Regenschauerdusche stand…toll! Mein Ziel waren für dieses Wochenende die angesagten Clubs in Shibuya. Am Freitag wollte ich in den Trump room und samstags ins Le Baron de Paris. Der Trump room ist ein kleiner Club nördlich des Bahnhofs und ist über und über barock eingerichtet. Alles ist Gold, Samt und Kitsch. Ich hatte mich auch entsprechend vorbereitet und meine Googlemap-Karten ausgedruckt, da es ja keine Straßenschilder in Japan gibt. Also bin ich gegen 12 Uhr in Richtung Trump, nur war dort am Punkt auf meiner Karte kein Trump room zu finden. Es war das Rathaus von Shibuya und alles war duster. Ich irrte also einige Male um den Komplex herum, aber kein Club in Sicht. Dann stieß ich auf die vielen Obdachlosen und Ratten im Parkhaus. Schließlich stieg ich noch ein paar Treppen in irgendwelche Untergeschosse hinab, in denen man nicht mal aufrecht stehen konnte, aber kein Trump room. Das muss schon ein tolles Bild gewesen sein: Der blöde Ausländer unter all den Pennern in einem Kellerloch!  Wie ich gestern nach meiner Rückkehr durch weitere Internetrecherchen erfahren konnte, war meine Karte einfach nur falsch und der Club war nur ein paar Blocks entfernt…Danke GoogleMaps! Also blieb mir nichts anderes übrig, als auch freitags schon in den Baron de Paris zu gehen. Das scheint gerade der angesagteste Club zu sein und ist wie ein französisches Boudoir eingerichtet. Außerdem kostet jedes Getränk 10 Euro, aber das kannte ich schon aus Rom. Am Freitag war allerdings nicht viel los. Lediglich ein total besoffener Milchbubi mit Topschnitt und Goldkettchen warf mit Gläsern um sich, bevor er ganz höflich hinaus begleitet wurde. In Deutschland wäre das bestimmt weniger zärtlich abgelaufen. Freitag war also irgendwie blöd gelaufen, aber Baron de Paris bekam ja noch am nächsten Tag eine zweite Chance. Am Samstag spielten dort die angesagten DJs der Stadt, unter anderen auch das Designerduo Ambush, die gerade den absoluten Trend mit ihren Hiphop-Punk-Klamotten setzen. Dem entsprechend, waren auch viele komplett in Ambush gekleidet was ein ziemlich groteskes Bild abgab…lauter bunte Ambush-möchtegern-Badboy-Klone mit Augapfelringen und Stachelarmbändern. Drinnen war es sehr voll und die Stimmung sehr ausgelassen. Es war auch die gesamte Partyprominenz Tokyos vertreten: Tokyo Dandy, Yura Nara, Jonte, Yoon, Verbal, Kiri... Sogar einer, den ich kurz zuvor noch im Fernsehen auf dem Hotelzimmer gesehen hatte. Außerdem kannte ich sogar einen der superduperangesagten DJs: es war der Gläser-werfende Milchbubi vom Vortag- Kiri (Revolver): Designer,  DJ und 32 Jahre alt!
Als ich dann gegen 5 Uhr am Hotel ankam, bemerkte ich, dass entlang der gesamten Seitenstraße lauter Jugendliche auf den Bürgersteigen schliefen oder Nintendo DS spielten. Sie sahen nicht so aus als wären sie obdachlos. Eine Kollegin meinte, dass sie vielleicht den letzten Zug verpasst hätten (nach 0 Uhr fährt in Tokyo nichts mehr, außer Taxis). Ich könnte mir auch vorstellen, dass es einfach zu heiß in den klitzekleinen Wohnungen ohne Klimaanlage war und einfach etwas angenehmer auf der Straße. Es war schließlich nachts auch noch so um die 30°C!

1 Kommentar:

  1. Nicht, dass du dich noch dazu legst! ;)
    Aber vielleicht ein zu etablierendes Modell für den nächsten Sommer in Berlin...

    KussKuss

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