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18. August 2010

Kyoto - Kokedera














Kokedera wird auch Moostempel genannt, weil in seinem Garten ca. 1000 verschiedene Moose wachsen sollen. Um diesen Tempel besuchen zu können, musste ich bereits von Sendai aus eine Postkarte mit Antwortkarte und Terminwunsch versenden. Es werden täglich nur wenige Besucher eingelassen und man muss 3000 Yen „spenden“. Ich finde, „spenden“ ist immer eine sehr schöne Bezeichnung für Eintritt. Man hat dann gleich das Gefühl, dass man was Gutes getan hat. Zumindest können sich die Mönche eine weitere Kiste Beluga mit Champagner leisten. Ich glaube, pro Tag dürfen 200 Leute zur Besichtigung kommen. Alle „spenden“ und das macht nach meiner Rechnung (und der von Adam Ries) ca. 5300 Euro täglich. Ja, das nenne ich Business, ganz großes Kino! Die Buddhisten haben es echt drauf. Bevor man den Garten besichtigen kann, muss man an einer buddhistischen Zeremonie teilnehmen. Ich musste mit einem Kaligraphieset meine Wünsche und Adresse (hoffentlich bekomme ich jetzt keine Werbung für Buddhismus nach Hause geschickt) auf eine Holztafel pinseln, einem Gebet in beindruckendem Tempo und Überlänge beiwohnen und meine Wunschtafel gegen eine kleine Spende (versteht sich) dem Tempel darreichen. Aber der Garten ist wirklich etwas Besonderes und die 3000 Yen waren da schnell vergessen. Danach bin ich dann noch in den Südosten Kyotos gefahren…erst zu weit, da ich eigentlich nach einer Station schon wieder aussteigen wollte, aber leider den Superexpress erwischt hatte, der erst nach vier langen Stationen hielt und ich daher dann wieder zurück nach Inari zum Fushimi Schrein musste… Den Schrein selber habe ich nicht gesehen, da er sich irgendwo auf dem Berg befindet. Das Besondere daran sind tausende Shintotore, die den Weg zum Schrein säumen. Zuerst hatte ich gar keine Lust dahin zu fahren, da es trotz Regen und kühler Temperatur extrem schwül war (so habe ich auch ein neues Wort von einer Dame im Zug auf der Rückfahrt aus dem Nirgendwo nach Inari gelernt: mushiatsui). Jeder hier in Sendai meinte, dass man nicht im Sommer nach Kyoto fährt, weil es der Ort mit der höchsten Luftfeuchtigkeit wäre. Weil es relativ kühl war und regnete, hatte ich lange Hosen an. Trotz Regenschirm waren nach einer Weile nicht nur meine Beine und Arme nass, sondern auch mein Tshirt und meine Haare…Da mein Shirt grau war, sah es besonders lecker schwitzfleckig aus. Und obendrein wollte dann auch noch ein Student aus Kyoto ein Foto mit mir. Warum, weiß ich bis heute nicht, zumal ich nicht der einzige Ausländer in Kyoto war. Aber er hat sich tierisch darüber gefreut… wahrscheinlich, weil ich der einzige Dödel mit grauem Shirt und Superschwitzflecken war.

1 Kommentar:

  1. "Andreas-Schwitzfleck-Türk" lässt grüßen- man man man über den hast du dich damals lustig gemacht!!!

    Annika+x

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