13. Juli 2010
Mein langes Wochenende
12. Juli 2010
Sendaigirls
9. Juli 2010
Nattō
8. Juli 2010
Tully‘s Oase
Da ich Momentan noch im Kloninggeschäft tätig bin, bleibt mir während des Klonierens sehr viel Zeit, um mich der Kaffeekultur zu widmen. Dazu flüchte ich mich fast täglich für meine persönliche Kaffezeremonie in meine kleine Oase bei Tully’s. Das Krankenhaus ist ja wie jedes Krankenhaus, ein großer grauer Klotz. Das Kaffegeschäft Tully’s hat jedoch ein Geheimnis: der kleine Innenhof. Ich habe es in den ersten Tagen gar nicht wahrgenommen bis ich einfach mal durch die Tür neben dem Tresen gegangen bin. Dort hat das Kaffeehaus den kleinen grauen Innenhof des Krankenhauses in eine gemütliche Terrasse mit Palmen, Sitzgelegenheiten und Großstadt-Plakaten gestaltet. Es ist dort so gemütlich, dass ich mittlerweile dort meinen täglichen Kaffee genieße. Seit dem, möchte ich auch unbedingt wieder eine Wohnung mit riesiger Dachterrasse… Angebote bitte zu mir… ;)
Vollständige Tully’s Punktekarten: 1 (dafür gibt’s etwas im Wert von 370 Yen gartis)
7. Juli 2010
Mundschutz…
… ist diesen Sommer hier total angesagt. Man trägt ihn der Regel aus Höflichkeit, um andere nicht anzustecken, wenn man sich selbst nicht so fit fühlt bzw. allergisch gegen Pollen reagiert… nicht, wie viele denken, um sich nicht irgendwo bei Jemandem anzustecken. Trotzdem ist man hier sehr vorsichtig, was ansteckende Krankheiten betrifft. Ich finde ja, dass es manchmal gar nicht so schlecht ist, sich anzustecken. Das Immunsystem sollte ja schließlich auch mal was zu tun haben, um sich für stärkere Aufgaben zu wappnen, aber das ist jedem selbst überlassen.
Im Supermarkt habe ich auf jeden Fall mal das Angebot recherchiert und bin auch gleich auf eine riesen Vielfalt, in allen Preisklassen, gestoßen und damit jedes Kind leichter Gefallen an keimarme Verhältnisse findet, gibt es auch die Winnie Pooh und Disney Prinzessinnen Version. Wenn jemand Interesse verspürt: Bitte Adresse bei mir hinterlassen!
Bei diesem Bedarf habe ich sofort eine Marktlücke aufgetan: Welcher hippe Japaner träumt nicht von einem Designermundschutz? Hier trägt fast jeder eine Louis Vuitton oder Gucci Tasche/Geldbörse mit sich herum. Das sind schließlich Statussymbole, die man herzeigen muss, Hauptsache man sieht das Label. Witzigerweise scheinen hier auch nur Taschen und Brillen für Designer zu funktionieren. Bei Gucci beispielsweise, präsentiert das Erdgeschoß nur Taschen und Brillen, während es in der 1.Etage die Kleidung gibt. Jedoch ist diese Etage nur ein Drittel so groß wie das Erdgeschoß und im Gegensatz zur Taschenabteilung menschenleer. Eine Tasche hält halt länger und der Kleidung sieht man meist nicht an, wer sie gemacht hat… außer man trägt alles links herum. Zurück zum Thema: Würden extrem teure Designermundschutze gekauft werden? Wie würde die Werbung dafür aussehen? Ein minderjähriges, viel zu dünnes Model mit Hang zur Depression liest den wahrscheinlich ersten Satz seines Lebens und haucht ihn ganz desinteressiert in einem total angesagten Französisch-Englisch-Mix in die Kamera: breathe style…protecteur de la bouche…dior…ähhh …
Da kann es doch nur eine Reaktion geben! Kaufen!!!
6. Juli 2010
Nightlife in Sendai (1)
Da Sendai die größte Stadt im Norden Japans ist, gehe ich sehr stark davon aus, dass es hier auch ein gutes Club- und Barangebot gibt. Ich bin auch schon durch Zufall durch das Kokubuncho Viertel gefahren, das nach weiteren Recherchen nach dem Spot fürs Nachtleben in Sendai aussieht. Das Internet sagt mir, dass sich hier ca. 3000 Bars befinden sollen und Clubs sind da auch nicht weit. Sie können bestimmt nicht mit dem Ageha oder Womb in Tokio mithalten, aber ich werde den Vergleich anstellen. War nur noch die Frage, wo sich denn genau ein Club befindet und welcher denn empfehlenswert wäre. Also habe ich mir nach vier Wochen Kennenlernphase gedacht, einfach mal die jungen Kollegen zu fragen und einen gemeinsamen Ausflug ins Nachtleben zu organisieren. Die Reaktion bedarf keiner Worte: Schultern zucken und fragende Gesichter erkennt man überall. Im Prinzip waren sie ganz und gar nicht abgeneigt, nur war bisher wahrscheinlich keiner von ihnen aus. Ich habe dann gefragt: „Was macht ihr denn am Wochenende so, arbeiten?“ Darauf kamen dann Schultern zucken oder nicken bzw. shoppen.
Wir sind jetzt dabei verblieben, dass ich (das ist der Einzige, der nicht in Sendai aufgewachsen ist und auch der Einzige, dessen Muttersprache nicht japanisch ist) einen geeigneten Club suche und wir uns dann gemeinsam ins Unbekannte stürzen. Das heißt für mich jetzt, einheimische junge Leute in Shops bzw. Bars finden, die gerne am Wochenende weggehen und auch noch wissen, wo sich ein guter Club befindet. Wir werden sehen, wie sich diese Geschichte weiter entwickelt...
5. Juli 2010
Hachiman

Während der Regenzeit ist es sehr schwül und sehr unbeständig. Die Wettervorhersagen kann man völlig vergessen. Ich habe mal zum Spaß fünf oder sechs verglichen und jede hat für den nächsten Tag etwas anderes voraus gesagt. Daher nutze ich jeden schönen Tag, um mir eine Sehenswürdigkeit Sendais anzuschauen: Heute ist es der Osaki Hachiman Schrein, einer der japanischen Nationalschätze. Der Tempel wurde 1607 von Date Masamune gebaut und ist dem Shinto-Gott des Krieges (Hachiman) gewidmet.
Der Schrein liegt nicht weit von meiner Unterkunft mitten in einer traditionellen Einfamilienhaussiedlung auf einem Berg, wo sonst auch. Also bin ich wieder bei brütender Hitze durch die engen Gässchen gekurft bis ich endlich die Tempelanlage erreicht hatte. Dort angekommen, war ich ziemlich enttäuscht vom jap. Nationalschatz. Der Tempel war sehr schlicht und die Pagode nebenan war ein viel besseres Motiv sowie auch der Drachenwasserspeier. Als ich dann etwas enttäuscht Richtung Wohnung wollte, hatte ich das Gefühl, dass ich am falschen Ort war, da auch alle typischen Merkmale eines Schreins fehlten. Also bin ich einfach noch eine Ecke weiter nach oben durch noch engere Gassen, die schon ziemlich unheimlich waren. Dann stand ich auch noch mitten in einem kleinen Wäldchen und entdeckte aber plötzlich Steinstufen (gutes Zeichen) und ging ein paar davon hinauf und sah dann schließlich ein Shintotor, was ein unverkennbares Merkmal für einen Schrein ist. Also hatte ich die ganze Zeit einen buddhistischen Tempel für einen Schintoschrein gehalten. Naja, eigentlich ganz schlau von den Shintos sich den kostbaren Schrein von den Buddhisten zu bauen zulassen, um für genügend Verwirrung bei den Feinden zu sorgen und somit sein Heiligtum zu schützen.
Masa hat mir dann noch erzählt, dass es im Hachimanschrein jedes Jahr im Februar ein riesen Fest gibt. Das einzige Problem ist, dass man lediglich eine jap. Unterhose trägt und Barfuß durch den Schnee laufen muss. Es soll aber was von Oktoberfeststimmung haben. Ich werde es nicht heraus finden.
(Erdbeben: IIII)






