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4. Oktober 2010

Shimo Kitazawa











Am Sonntag nach meinem Clubausflug als Indianer habe ich noch das Viertel Shimo Kitazawa besucht. Es liegt westlich von Shibuya und ist eher ein alternatives -/ Hippieviertel mit vielen Shops, Restaurants und Bars. Ich bin ja nicht so ein besonderer Hippiefan, aber Shimo Kitazazwa ist wirklich ein Viertel, indem ich mir vorstellen könnte, zu leben. Es gibt nur wenige Touristen. Die Geschäfte sind eher auf Japaner eingestellt und verkaufen viel Second Hand Artikel. Das Schöne daran, ist die entspannte Atmosphäre und die einzigartig gestalteten Läden. Kein Stress, keine Hektik…jeder genießt den Tag und macht eben das was er machen möchte. Außerdem haben mir die Restaurants und Bars gefallen, da viele Livemusik anbieten und man konnte an jeder Ecke eine andere Stilrichtung hören. Das ganze Leben spielt sich rund um den Bahnhof ab. Südlich davon gibt es eher Second Hand Shops und Märkte. Im Norden gibt es dafür sehr westlich gestaltete Geschäfte, die besonders Kreativ und individuell eingerichtet sind und einen Kontrast zum gewohnten Stadtbild Tokyos bieten.

30. September 2010

Shinjuku schon wieder....











Eigentlich wollte ich ja für mein Cluberlebnis in Shibuya übernachen, aber zum Wochenende ist  immer jedes Hotel restlos ausgebucht. Also blieb mir nur Shinkjuku übrig, da es am nächsten gelegen und bezahlbar war. So hatte ich aber die Chance mir einen wichtigen zweiten Eindruck vom Banken- und Amüsierviertel zu holen. Beim ersten Mal hatte ich ja dort im KabukiCho Viertel übernachtet und fand mich mitten im Rotlichtviertel wieder. Dem entsprechend war auch mein Eindruck von Shinjuku. Dieses Mal aber war ich am südlichen Ende des Bahnhofs einquartiert und habe so die schönen Seiten des Viertels kennen lernen können. Westlich liegt der Wolkenkratzer District mit seinen vielen leuchtenden Hochhäusern, Banken und Bürotürmen. Östlich vom Bahnhof gibt es unzählige Shops, Kaufhäuser, Restaurants und Bars. Am Besten fand ich jedoch den südlichen Bereich nahe meines Hotels. Dort wurde quasi über dem Bahnhof eine riesige Terrasse gebaut, auf der man Restaurants und einige wenige Shops findet. Dadurch ,dass die Fläche erhöht gebaut ist, hat man den ganzen Tag Sonne und kann bei einem Kaffee entspannen oder, wie so viele, einfach nur auf den viele Bänken sitzen und die Welt vorbei ziehen lassen.

17. September 2010

Don Quichote



Don Quichote ist das Paradies für jeden Conny’s container- und Resterampenfan. Es gibt dort alles, wirklich alles und in jeder Preisklasse. Von Lebensmitteln, über Kostüme, Handyzubehör, Sportgeräte, Spielzeug, Unterwäsche bis hin zum Vibrator…einfach alles, auf mehreren Etagen. Alles ist natürlich so präsentiert, dass man ein Maximum an Reizüberflutung abbekommt und sich ständig durch die zugestellten Gänge quetschen muss. Es hat etwas von einem Erlebnisirrgarten und man entdeckt ständig etwas Neues. Boratbadeanzüge sind hier immer noch sehr aktuell und in allen Farben zu haben. Genauso sieht es mit den Kostümen aus: sexy Krankenschwester, sexy Hexy und …ach Hauptsache irgendwas mit sexy. Gleich daneben dann der Hello Kitty Stand und die Glitzertelefone.

15. September 2010

Midtown und Kagurazaka

Midtown ist einer der jüngsten Shopping Tempel in Tokyo. Es ist ein riesiger Wolkenkratzerkomplex (250m hoch) mit 2 Museen, Büros, Hotels und Geschäften, Geschäften, Geschäften. Was mich an Midtown fasziniert hat, war der ganze Luxus. Damit meine ich nicht Gold, Diamanten u.s.w., sondern Platz. In Japan ist Platz so kostbar und die Architektur in Midtown ist so großzügig und so schlicht elegant, dass ich mich gar nicht wie in Tokyo gefühlt habe. Das gesamte Gebäude wurde mit Bambusholz, schwarzen Oberflächen und Glas gestaltet. Überall findet man kleine Ecken zum sitzen (auf Designerbambusbänken) und kann nach draußen auf den Plaza oder die Parks schauen. Einfach mal keine Reizüberflutung, sondern Erholung für die Sinne. Ich war dann dort im Suntorymuseum und habe mir altes Geschirr angesehen, aber die modernen Exponate aus Privatsammlungen haben mir eigentlich viel besser gefallen (und auch hier…so viel Platz und alles in Bambus). Danach war ich im 21_21. Das ist ein Museum, das von Ando designt und von Issey Miyake inspiriert ist. Darin war eine Ausstellung über den Mensch als Individuum und man konnte z.B. seinen Fingerabdruck scannen, der dann in einem weißen Teich aus Bildschirmen wie ein Goldfisch mit anderen Abdrücken schwimmt. Und wenn man seinen Finger erneut scannt, kommt dein eigener Abdruck zurück zu dir aus dem Schwarm geschwommen. Betreten konnte man die Ausstellung nur durch 3 Tore, die jeden per Kamera scannen und über Geschlecht, Alter und Gemüt entscheiden und dann jeweils ein bestimmtes Tor öffnen. Bei mir war die Technik aber überfordert, da alles auf asiatische Gesichter getrimmt ist. Die Kamera konnte, außer mit meinem Lächeln, nichts mit mir anfangen. Dann war da noch ein Badezimmer mit einem Spiegel, der nicht dich, sondern einen Goldfisch in einem Aquarium hinter dir widerspiegelt, das aber in Wirklichkeit leer ist. Sehr verwirrend, aber ganz einfach realisiert: Zwei identische spiegelverkehrte Räume und man schaut nicht durch einen Spiegel, sondern durch ein Fenster in den zweiten Raum (oben ist ein Foto davon).  Abends war ich dann auf dem Götterfreundenhügel (Kagurazaka). Das ist ein Viertel mi vielen Restaurant, nur viel entspannter und wenig touristisch im Gegensatz zu den anderen Vierteln. Ich habe dann in einem Bootshaus von und im Stil 1918 gesessen, Pasta gegessen und auf den Fluß geschaut….extrem entspannend!!!

3. August 2010

Shinjuku


Zurück aus Matsumoto wollte ich nur schnell in mein Hotel in Shinjuku. Aus irgendeinem Grund verwechsle ich immer Shibuya mit Shinjuku und ich wollte eigentlich ein Hotel in Shibuya, aber dann hatte ich doch eines in Shinjuku gebucht…hä? War auch ok, nur ist Shinjuku das Bankenviertel Tokyos und somit auch, wie es sich für einen anständigen Geschäftsmann gehört, das sagen wir mal so … Amüsierviertel für jede Art von Vergnügen und Vorliebe. Wenn ihr noch den Bericht von Shibuya in Erinnerung habt, dann multipliziert diese Reizüberflutung mit 10 und ihr fühlt euch wie ich als ich am Shinjukubahnhof mit meinem Gepäck angekommen bin. Mensch über Menschen und überall blinkende Neonlichter! Also stürzte ich mich ins Nachtleben! Da ich ja schon das ageha und womb im Hafen Tokyos kenne, wollte ich mal sehen wie es so Club-technisch in der Stadt zu geht…ähm anders würde ich sagen. Shinjuku ist vollgestopft mit Clubs, Bars, Restaurants, Strip- und Sexclubs auf mehreren Etagen. Man kann sie nur als Außenstehender nicht voneinander unterscheiden, da alles blinkt und glitzert. Außerdem steht vor jedem Etablissement ein Japaner oder Schwarzer (eingekauft von den Yakuza), der dich in „seinen“ Laden locken will. Wenn ein Japaner davor steht, dann ist das meist auch nur für Japaner gedacht und man wird auch nicht angesprochen. Die Schwarzen allerdings laufen einem auch schon mal hinterher und quatschen dich voll. Da hilft dann auch kein „dame, dame, dame desu ne!“. Ganz witzig finde ich allerdings, dass vor den Stripclubs wie bei einem Restaurent mit Schautafeln geworben wird. Man weiß also auch schon vor dem Stripschuppen, was/wer drinnen „serviert“ wird. In den Clubs nur für Japaner soll es sehr enthemmt mit Publikumsbeteiligung zugehen und die Einrichtungen für Ausländer sollen Nepplokale sein. Ich glaube gern, dass es in den Lokalen nur für Japaner sehr, sehr hemmungslos abgeht, da ich einige schwächere Entgleisungen selbst gesehen habe. Ich war in einem Club, der gerade Jubiläum hatte. Das erkennt man daran, dass davor viele kitschige Blumengebinde als Präsente von anderen Bars und Clubs der Umgebung stehen. Drinnen ist der Eintritt teuer, der Club klein (klar, da Platz in der Stadt rar ist und viel kostet), das Publikum sehr bunt gemischt und die Stimmung enthemmt, sobald Alkohol im Spiel ist. Hier ein Beispiel: Auf der Tanzfläche befindet sich ein Mädchen mit ihren Freundinnen, einem Freund und ihren Eltern als Aufpasser. Der Freund beginnt einen Eiswürfel mit dem Mund an die Freundin und die dann weiter an die anderen inkl. Eltern zu geben. Dann fängt der Freund an mit der Freundin rumzuknutschen. Bisher nicht besonders schlimm, aber dann fängt der Vater an, den Freund zu knutschen, dann die Freundinnen der Tochter. Die Mutter schlägt den Vater und fängt dann selber an, alle inkl. Fremde und anwesende Dragqueens, die dort für die Jubiläumsshow gebucht waren, zu knutschen. Dann hat sie auch noch überlegt, mich abzuknutschen, hat dann aber Gott sei Dank davon abgelassen. Der große weiße Fremde flößt dann trotz Suff noch genügend Respekt ein. One Night in Shinjuku war wirklich ganz lustig, aber das ist mir alles ein wenig zu plump und erinnert eher an Sextourismus in Thailand. Ich halte mich dann doch lieber an die guten Adressen am Stadtrand. Morgen dann volles Kontrast(Kultur)programm: Kabuki Theater in Ginza!

20. Juli 2010

SSV in Shibuya


Ahhhhhhhhh! FINAL BARGAIN! Der helle Wahnsinn. 20 Mio. Tokioter samt allen Touristen zwängen sich in die Shoppingtempel Shibuyas, um noch ein letzes Schnäppchen für diesen Sommer zu machen. Die totale Reizüberflutung! In Tokyo reiht sich quasi Kaufhaus an Kaufhaus und sie haben im Schnitt 8-10 Stockwerke, die bis oben hin vollgestopft sind und im Prinzip immer aus dem Shop-in shop-System bestehen. Also ist jede Etage in kleine Bereiche eingeteilt, die dann eine bestimmte Marke vertreten. In den teuren Häusern ist es schön, wenn man in einen kleinen separaten Bereich bei Prada und Co gehen kann, da da genug Platz ist. Dort habe ich mir z.B. bei Helmut Lang eine weitere „Kackbeutel-Schlabberhose“ für meine Sammlung gekauft. Im Shibuya 109 sieht das anders aus. 10 Stockwerke Frauenklamotten und Bling-Bling bis an die Decken. Aus jeder „Box“ dröhnt eine andere Techno- oder R’n’B-Mucke in voller Lautstärke und dazu jeweils zwei bis drei Verkäuferinnen, die sich nur dadurch von den über und über behängten Schaufensterpuppen unterscheiden, dass sie unentwegt S-U-M-I-M-A-S-E-N durch die Gänge schreien. Ich fühlte mich wie auf einem Basar…nur alles viel bunter. Am besten hat mir das Werbeplakat zum SSV gefallen, da es die Situation am besten beschreibt. Ein mit Glitzerblingbling behängtes Model schießt mit einer pinken Panzerfaust tonnenweise quietsch bunten Kitsch und Schnulli durch die Gegend…und genauso sieht das Kaufhaus aus! Das Gleiche gibt es dann noch für Männer (naja Manga möchtegern Badboys) gleich gegenüber. Da bin ich aber nicht lange geblieben, da das alles zu sehr auf Gangster trifft Tokio Hotel mit Glitzer ausgerichtet ist und ich hatte keine Lust mehr, die ganze Zeit anSUMIMASENst zu werden…bäh.
A propos, ein Tokyo Hotel müsste man sein, dann ist man immer komplett ausgebucht. Es ist so schwer kurzfristig in Tokyo ein Hotelzimmer zu bekommen…vielleicht, weil immer was los ist, wie z.B. das AUDIO Tokyo Electronic Music Festival…darüber morgen mehr…

7. Juli 2010

Mundschutz…



… ist diesen Sommer hier total angesagt. Man trägt ihn der Regel aus Höflichkeit, um andere nicht anzustecken, wenn man sich selbst nicht so fit fühlt bzw. allergisch gegen Pollen reagiert… nicht, wie viele denken, um sich nicht irgendwo bei Jemandem anzustecken. Trotzdem ist man hier sehr vorsichtig, was ansteckende Krankheiten betrifft. Ich finde ja, dass es manchmal gar nicht so schlecht ist, sich anzustecken. Das Immunsystem sollte ja schließlich auch mal was zu tun haben, um sich für stärkere Aufgaben zu wappnen, aber das ist jedem selbst überlassen.

Im Supermarkt habe ich auf jeden Fall mal das Angebot recherchiert und bin auch gleich auf eine riesen Vielfalt, in allen Preisklassen, gestoßen und damit jedes Kind leichter Gefallen an keimarme Verhältnisse findet, gibt es auch die Winnie Pooh und Disney Prinzessinnen Version. Wenn jemand Interesse verspürt: Bitte Adresse bei mir hinterlassen!

Bei diesem Bedarf habe ich sofort eine Marktlücke aufgetan: Welcher hippe Japaner träumt nicht von einem Designermundschutz? Hier trägt fast jeder eine Louis Vuitton oder Gucci Tasche/Geldbörse mit sich herum. Das sind schließlich Statussymbole, die man herzeigen muss, Hauptsache man sieht das Label. Witzigerweise scheinen hier auch nur Taschen und Brillen für Designer zu funktionieren. Bei Gucci beispielsweise, präsentiert das Erdgeschoß nur Taschen und Brillen, während es in der 1.Etage die Kleidung gibt. Jedoch ist diese Etage nur ein Drittel so groß wie das Erdgeschoß und im Gegensatz zur Taschenabteilung menschenleer. Eine Tasche hält halt länger und der Kleidung sieht man meist nicht an, wer sie gemacht hat… außer man trägt alles links herum. Zurück zum Thema: Würden extrem teure Designermundschutze gekauft werden? Wie würde die Werbung dafür aussehen? Ein minderjähriges, viel zu dünnes Model mit Hang zur Depression liest den wahrscheinlich ersten Satz seines Lebens und haucht ihn ganz desinteressiert in einem total angesagten Französisch-Englisch-Mix in die Kamera: breathe style…protecteur de la bouche…dior…ähhh …

Da kann es doch nur eine Reaktion geben! Kaufen!!!