Um Noboribetsu herum gibt es zwei riesige Seen, die durch einen Vulkanausbruch entstanden sind und ich habe gelernt und auch hoffentlich richtig verstanden, dass wenn in diesen Seen Inseln sind, dann stammen sie von späteren kleinen Ausbrüchen. Sie befinden sich auch dann meist direkt in der Mitte des Sees. So ist es auch beim Toyakosee. Später habe ich dann noch echte aktive Vulkane gesehen. Während der Autofahrt, dachte ich immer, dass es lustige Wolkenformationen waren, die an den Bergkuppen hängen blieben, jedoch waren sie auch noch Stunden später dort. Es war nämlich der Dampf, der aus den kleinen Öffnungen überall empor steigt. Daraufhin habe ich mir erst mal ein Frittiertes Kirschblüteneis gegönnt…sehr lecker! Am Toyakosee haben wir uns dann nochmal ein heißes Fussbad mit Blick auf den See gegönnt. Das Wasser war diesmal rötlich gefärbt und etwas heißer als das Ashiyu in Noboribetsu, aber der Effekt war der gleiche. Danach sind wir noch etwas weiter in Richtung Süden gefahren, um von einem Aussichtspunkt, das ganze Meer überblicken zu können. Leider war es aber schon zu dunkel dafür. Hiromi konnte mir aber dafür ihre Lieblingsfabrik zeigen, zu der sie manchmal einfach so mit Auto fährt, um sie anzuschauen. Das klingt komisch, aber in der Nacht sieht die riesige Papierfabrik direkt an der Küste aus wie eine Stadt aus Science Fiction Romanen. Sie ist mit Tausenden von kleinen Lichtern beleuchtet und sticht einfach unglaublich beeindruckend aus der dunklen Umgebung heraus.
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21. Oktober 2010
20. Oktober 2010
Hokkaido – Noboribetsu 2
Nach dem Höllental sind wir ein paar Serpentinen weiter hoch gefahren und waren an einem Vulkansee, der an der Oberfläche ca. 50°C hat. Das Wasser dampfte und überall stiegen kleine Blasen auf. Das Beste daran ist allerdings, dass dieser See einen kleinen Fluss speist und ihn somit auf angenehme 30-40°C aufheizt. Diese warmen Flüsse nennt man hier Ashiyu (warmes Fußbad). Die Badestelle war etwas weiter in einem kleinen Wald gelegen und man konnte direkt auf einem Stein oder Baumstamm im Wasser sitzen und auf einen unglaublich tollen Wasserfall starren. Ich hätte da noch Stunden sitzen können…Nach so einem Fußbad mit vielen Mineralien usw. fühlen sich die Füße übrigens viel leichter an. Das hält aber nur so 30 min…also sollte man dann schleunigst wieder ein Ashiyu aufsuchen…
19. Oktober 2010
Hokkaido – Noboribetsu 1
Am nächsten Tag sind wir nach Süden in den berühmten Badeort Noboribestu gefahren. Es liegt etwas höher in den Bergen und ist sehr beliebt wegen seiner Onsen und dem Höllental. Der ganze Ort riecht leicht schwefelig (verfaulte Eier), aber man gewöhnt sich schnell dran. Meine Vorstellung von einem beliebten Badeort ähnelt meistens einer Mischung aus einem Kurort an der Ostsee und einem kleinen Skiort in den Alpen…entspannend, malerisch und verschlafen. Noboribetsu strahlt jedoch eher den Charme grauer Plattenbauten aus den frühen 70ern wieder. Für einen Deutschen wäre das kein schöner Urlaubsort. Die Hotels sind Bettenburgen aus vergangenen Zeiten und alles wirkt irgendwie sehr morbid…verlebt. Es ist klar, dass man in Japan keine schönen kleinen Boutiquehotels bauen kann, da es keinen Platz gibt. Daher muss die Grundfläche so klein wie möglich und dafür die Anzahl der Stockwerke so groß wie es nur irgendwie geht sein. Interessant fand ich allerdings, dass es in diesen Bettenhäusern meistens nur Tatamiräume gibt. Dadurch, dass es keine Gardinen gibt konnte man das auch ganz gut sehen. Japanische Tradition im Bettenburgenstil…find ich sehr lustig. Nichts desto trotz ist die Landschaft um den Ort herum einfach einmalig und absolut außergewöhnlich. Direkt neben den Hotels erstreckt sich eine riesige Mondlandschaft mit dampfendem Quellen und Schwefelflüssen. Man fühlt sich nicht mehr wie auf der Erde sondern eher wie in der Hölle…daher auch der passende Name: Höllental.
18. Oktober 2010
Konzert
Nachdem wir aus Furano zurückgekehrt sind, haben wir ein Konzert in Sapporo besucht. Der Club war in einem Keller in Susukino, also gleich in der Nähe meines Hotels, nur war es wieder nicht einfach den richtigen Weg vom Stadtrand ins Zentrum zu finden. Das klingt für einige sicherlich wieder komisch, aber japanische Städte haben nichts mit deutscher Städteplanung gemein. Das Konzert war dann ganz lustig und der Sänger war ein Freund von Hiromi. Er hat einen Vertrag bei einer kleinen Plattenfirma und verhandelt sogar gerade mit Sony. Vielleicht habe ich sogar den künftigen japanischen Superstar fotografiert…ich werde es im Auge behalten.Das Video ist von einer der anderen bands, die auch an dem Abend aufgetreten sind.
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